Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeber (BDA) bekommt einen neuen Arbeitgeber-Präsidenten. Ingo Kramer kündigte demnach an, sein Amt noch vor Ablauf seiner Amtszeit ablegen zu wollen, um seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin eine bessere Einarbeitungszeit vor der nächsten Bundestagswahl zu ermöglichen.

Gerüchten zu Folge soll Rainer Dulger, Gesamtmetall-Präsident, die ausgeschriebene Position ab Herbst übernehmen, offiziell gab es dazu jedoch noch keine Äußerung. Dulger wurde von Kramer persönlich vorgeschlagen. Die beiden würden sich aufgrund langjähriger Zusammenarbeit gut kennen und einander sehr schätzen.

Dulger, der bereits Vizepräsident der BDA ist, gilt unter engen Kreisen bereits als sicherer Nachfolger und ist bekannt für sein Interesse, Krisen in enger Zusammenarbeit mit der Regierung anzugehen.

An der Spitze der BDA stehen zumeist erfolgreiche Unternehmer, davon verspricht sie sich mehr Seriosität und zusätzlich dem eigenen Anspruch „die Stimme der Arbeitgeber für die soziale Marktwirtschaft“ besser gerecht werden zu können. Dies würde sich mit Rainer Dulger, der als Familienunternehmer aus Heidelberg auch international viel Anerkennung genießen durfte, nicht ändern.

Allerdings wird er auch gleich mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert: Sowohl die Folgen der Corona-Krise als auch die bevorstehende Bundestagswahl im September 2021 werden wohl heftige Auseinandersetzungen auch mit der Politik nach sich ziehen. Durch die Rezession entstandene Kosten sowie deren Verteilung, genauso wie die Befürchtung, dass die Sozialversicherungsbeiträge zuungunsten der Arbeitgeber erhöht werden könnten, werden die Diskussionen der nächsten Monate wahrscheinlich dominieren.