Mit Beginn des neuen Jahres ändern sich zahlreiche Regelungen. Nicht nur bezüglich Corona gibt es Abänderungen bzw. Erweiterungen, sondern auch in anderen Lebensbereichen sind Neuregelungen in Kraft getreten.

Überbrückungshilfen
Seit dem 01.01.2021 gilt die von der Regierung beschlossene Überbrückungshilfe III, die Unternehmen erhalten, die aufgrund der Corona-Pandemie und den darauffolgenden Lockdowns in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.
Diese gelten noch bis Ende Juni 2021 und werden im Voraus vom Bund gezahlt.

Kurzarbeit
Das neu in Kraft getretene Beschäftigungssicherheitsgesetz bestimmt, dass die Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld auch noch im Jahr 2021 gelten werden. So soll der Arbeitsmarkt stabil bleiben und für mehr Sicherheit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber garantiert werden können.

Grundsicherung
Bis zum 31.03.2021 wurde die Regelung zum vereinfachten Zugang zur Grundsicherung verlängert. Insbesondere Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige profitieren von dieser Regelung, die coronabedingt von Einkommenseinbußen betroffen sind.

Entschädigung für berufstätige Eltern
Wer aufgrund von Kita- und Schulschließungen zuhause bleiben musste und nicht arbeiten konnte werden vom Staat finanziell entschädigt.

Kindergeld
Zum 01.01.2021 sind Kindergeld, Kinderzuschlag und Kinderfreibetrag gestiegen. Auch der Grundfreibetrag für Erwachsende ist auf 9.984 Euro pro Jahr gestiegen.

Schutz für Arbeitnehmer und Mindestlohn
Sowohl der Schutz für Arbeitnehmer als auch der Mindestlohn sind mit dem neuen Jahr erhöht worden. Durch das Arbeitsschutzkontrollgesetz sollen sichere Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Der Mindestlohn stieg zu dem auf 9,50 Euro und wird im Laufe des Jahres weiter erhöht.

Neue Beitragsbemessungesgrenzen
Für die Kranken- und Rentenversicherung gelten seit dem 01.01.2021 neue
Beitragsbemessungsgrenzen, die an die Einkommensentwicklung angepasst werden.

Grundrente
Mit der Grundrente werden ab dem 01.01.2021 niedrige Renten aufgewertet. Wer mindestens 33 Jahre lang in die Rentenkassen eingezahlt hat oder Kinder erzogen bzw. Angehörige gepflegt hat, darf sich nun auf die Grundrente freuen.

Digitale Rentenübersicht
In Zukunft kann sich jeder digital über die eigenen Ansprüche und Altersvorsorge informieren.

Höhere Regelsätze
Staatliche Leistungen werden um 14 Euro auf 446 Euro im Monat erhöht.
Solidaritätszuschlag entfällt für viele Steuerzahler. Laut Bundesregierungen entfällt der Solidaritätszuschlag für 90% der Steuerzahler.
Unter anderem werden die Pauschbeträge und Pflege-Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung bzw. Angehörige erhöht.

Digitalisierung im Gesundheitswesen
Mit dem Patientendaten-Schutz-Gesetz, das am 20.10.2020 in Kraft getreten ist, lassen sich ab 2021 elektronische Patientenakten abspeichern. In diesem bestmöglich geschützten digitalen Angebot können neben Befunden auch Impfpässe u.ä. digital verwaltet werden.

Personalerweiterung in Pflege und Geburtshilfe
Im Rahmen des Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgestzes sind 20.000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege und Hebammenstationen entstanden.

CO2-Bepreisung für Wärme und Verkehr
Sowohl der nationale CO2-Emissionshandel als auch der Ausstoß von Treibhausgasen werden ab dem 01.01.2021 bepreist. Mit diesen Einnahmen will die Bundesregierung u.a. ihre Klimaschutzpolitik finanzieren.

Entlastung für Wohngeldempfänger wegen CO2-Bepreisung
Damit die CO2-Bepreisung keine sozialen Folgen mit sich bringt, entlastet die Bundesregierung Wohngeldempfänger bei den Heizkosten ab dem 01.01.2021.

Kfz-Steuer
Der CO2-Aussoß wird bei der Kfz-Steuer nun höher gewichtet. Dies gilt allerdings nur für neuzugelassene Wagen.

Pendlerpauschale
Die Entfernungspauschale ist zum 01.01.2021 ab dem 21. Kilometer auf 35 Cent pro Kilometer gestiegen. Bei einem kürzeren Arbeitsweg bleibt die Pauschale bei 30 Cent pro Kilometer.

Geringere Stromkosten
Strom wird aufgrund der CO2-Bepreisung 2021 günstiger, das sieht jedenfalls die Änderung der Erneuerbaren-Energien-Verordnung vor.

Zuschüsse für Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung
Die Zuschussförderung für Maßnahmen an der Gebäudehülle, der Anlagentechnik, Erneuerbare Energien für Heizungen, Heizungsoptimierung sowie Fachplanung und Baubegleitung haben seit dem 01.01.2021 angefangen.

EEG-Umlage 2021 sinkt auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde
Durch einen Bundeszuschuss wird die jährlich bekanntgegebene Höhe der EEG-Umlage von 6,756 auf 6,5 Cent abgesenkt.

Modernisiertes Sanierungs- und Insolvenzrecht
Überwiegend in Kraft getreten ist das Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts. Das deutsche Sanierungs- und Insolvenzrecht soll dadurch effektiver werden.

Schneller schuldenfrei
Rückwirkend ab dem 01.10.2020 in Kraft getreten ist die Kürzung der Verfahrensdauer für Schuldner, um aus der Insolvenz zu kommen. Diese beträgt unter Umständen nun nur noch 3 Jahre.

Investitionsbeschleunigungsgesetz
In Zukunft sollen die Planungs- und Genehmigungsverfahren schneller vorankommen, wodurch große Infrastrukturprojekte besser umgesetzt werden können.

Fernstraßenverwaltung
Die Planung sowie Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und Verwaltung von Autobahnen ist seit Jahresbeginn 2021 nun Aufgabe des Bundes, nicht mehr die der einzelnen Bundesländer. So soll das Straßennetz effizienter verwaltet werden.

Pass und Personalausweis
Um Dokumentfälschungen zu vermeiden, werden ab jetzt Fotos für Ausweisdokumente entweder direkt in der Behörde oder digital von privaten Dienstleistern erstellt.

Tabakwerbung
Tabakprodukte dürfen nun nur noch sehr eingeschränkt beworben werden. Eine solche Werbung ist lediglich in Filmen ohne Jugendfreigabe erlaubt. Auch Gratisproben außerhalb von Fachgeschäften oder Zigaretten als Gewinne sind verboten.

Ferkelkastration
Seit dem 01.01.2021 dürfen Ferkel nur noch unter Vollnarkose kastriert werden, um für eine vollständige Schmerzausschaltung garantieren zu können.